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Wissenswertes

rund um den Blumentopf 

Ausblühungen an Tonblumentöpfen und -pflanzgefäßen

Fragen zum Thema Ausblühungen werden uns immer wieder gestellt, da diese Erscheinungen untrennbar mit natürlich-porösen Gefäßen verbunden sind.
Tontöpfe mit typischen Ausblühungen, Spanien 2011
Tontöpfe mit typischen Ausblühungen, Spanien 2011

Was sind Ausblühungen?

Das Ton-Pflanzgefäß ist ein reines Naturprodukt. Im Vergleich zu dicht gebrannten Keramiken wie Steinzeug oder Porzellan, aber auch gegenüber Kunststofftöpfen, weist es eine hohe Porosität auf. Die verwendeten Tone können wasserlösliche Substanzen in Form von mineralischen Verbindungen enthalten. Eine entscheidende Rolle spielen die geographische Herkunft und die chemisch-mineralogische Zusammensetzung des Rohmaterials.
In vielen südeuropäische Tonwaren beispielsweise finden sich verbreitet hohe Kalkanteile, sie neigen daher besonders zum Ausblühen.
Die Blumenerde ist fast immer mit Zusatzstoffen versetzt, die das Gedeihen der Pflanze fördern und Pilzbefall verhindert sollen. Diese Zusatzstoffe müssen löslich sein, damit sie von den Pflanzenwurzeln aufgenommen werden können. In eigenen Untersuchungen wurde festgestellt, dass die chemische Zusammensetzung der Ausblühungen identisch ist mit den Hauptinhaltsstoffen der Blumenerde. Sie bestehen im Wesentlichen aus Sulfaten, Niraten, Phosphaten und Ammoniumsalzen.
Das Gießwasser enthält je nach Region unterschiedlich gelöste Mineralstoffe, in der Hauptsache Kalzium- und Magnesiumkarbonat, Sulfate sowie weitere Salze.
Diese drei Komponenten Gefäß-Erde-Wasser bestimmen letzendlich ob und wie schnell Ausblühungen auftreten. Die poröse Wand des Tontopfs wirkt wie ein Filter, an dessen der Luft zugewandten Oberfläche sich die Feststoffe durch Verdunstung der Feuchtigkeit niederschlagen. Eine normalerweise erwünschte hohe Porosität des Topfes fördert in der Regel noch diesen Vorgang, da der Stofftransport durch die Topfwand schneller vonstatten gehen kann.

Kann Ausblühungen vorgebeugt werden?

Ein neuer Topf ist in der Regel frei von Ausblühungen. Damit dies so bleibt, haben Sie die Möglichkeit, seine Oberflächen zu versiegeln. Der Fachhandel bietet eine Reihe von Imprägmiermitteln an die helfen, das Ausblühen zu verhindern. Auch einfaches Bohnerwachs kann zum Abdichten verwendet werden. Der Topf verliert damit zwar die Porosität, wird aber auch nicht mehr ausblühen.
Düngestoffe sollten nur sehr sparsam nach Anleitung angewendet werden. Verzichten Sie auf zu häufiges Nachdüngen. Eine überdüngte Pflanze gedeiht ebensowenig wie eine, die unterernährt wurde.

Fazit

Ausblühungen an porösen Tongefäßen sind eine für die Produkte charakteristische und völlig natürliche Eigenschaft.
Das wird von vielen Benutzern auch so gesehen. Aus diesem Grund werden gewollt rustikal ausgeblühte Ton-Variationen wie unser antique, classico oder basalt zunehmend nachgefragt. Hier wird der individuelle Charakter als ästhetischer Mehrwert des Gefäßes erkannt.
Wenn Sie dennoch Ausblühungen nicht akzeptieren wollen, haben Sie die Möglichkeit, durch Versiegeln der Topfoberfläche(n), wie oben beschrieben, vorzubeugen. Sie haben es vielfach selbst im Griff, die Menge der löslichen Salze durch Auswahl geeigneter Pflanzerden und die Verwendung weichen Wassers (Regenwasser) zu begrenzen.
Ein Tontopf unterliegt im Laufe seiner oft sehr langen Gebrauchsdauer vielen Einflüssen. Nach einiger Zeit im Außenbereich stellen sich Moosbewuchs und Flechtenbildung ein. Für einige dieser Organismen bilden Ausblühungen einen guten Nährboden. So wird der Tontopf nach und nach in die ihn umgebende Natur eingegliedert. Dies ist nach unserer Auffassung kein Zeichen eines Mangels, sondern, im Gegenteil, ein von Vielen gewünschter optischer Effekt, der etwa mit dem ansprechenden Erscheinungsbild eines alten, verwitterten Ziegeldaches vergleichbar ist.
Durch lange Benutzung sehr stark ausgeblühte Tontöpfe, Spanien 2011
Durch lange Benutzung sehr stark ausgeblühte Tontöpfe, Spanien 2011